Suchthilfe

Burnout-Syndrom
CFS - Chronic Fatigue Syndrom
Chronisches Erschöpfungssyndrom

Einleitung

Wie aus der Überschrift hervorgeht, hat diese Krankheit noch keine endgültige Bezeichnung erhalten. Dies liegt daran, dass CFS als Krankheit noch nicht vollkommen erforscht und ausreichend diagnostiziert ist. In einigen Teilen der medizinischen Fachwelt ist sie nicht einmal bekannt und noch lange nicht überall anerkannt .
In Managerkreisen, in denen diese Krankheit des öfteren zu beobachten ist, wird sie neudeutsch als "Burnout-Syndrom" bezeichnet.Mit Burnout meint man einen körperlichen wie geistigen Zustand des völligen 'Ausgebrannt-Sein', eine 'geistige Leere' wie eine 'völlige körperliche Erschöpfung'. Dies scheint ein Phänomen zu sein, dass u.a. auch junge Start-Up-Unternehmen betrifft. Besonders in der Anfangszeit solcher Unternehmen entsteht oft viel Stress; so manch einer kann seinen eigenen oder den von außen herangetragenen Ansprüchen an die Leistungsfähigkeit nicht mehr entsprechen, empfindet ein Gefühl des Versagens und des Nichtbeherrschens einer Situation. Wenn sich solche Situationen wiederholen oder sogar zum Dauerzustand werden, dann kann es zu völliger körperlicher und geistiger Lähmung kommen.

Daten und Fakten

Erstmals beobachtet und bekannt gemacht wurde diese Krankheit von dem amerikanischen Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger in den 70er Jahren. Er wurde später im Rahmen des 'Gold Medal Award' von der 'American Psychological Foundation' für seine Lebensleistung in der praktischen Tätigkeit als Psychologe ausgezeichnet.
Nach Schätzung des Fatigatio e.V. (Förderverein für CFS/ CFIDS/ ME - Erkrankte) leiden in Deutschland ca. 300 000 Menschen aller Altersgruppen an CFS, in anderen Schätzungen gehen die Zahlen bis zu 1,5 Mio. Menschen. Solche Schwankungen beruhen u.a. auf unterschiedlichen Auslegungen des Krankheitsbildes.
Dennoch wird dieser Krankheit bis heute, vor allem in Deutschland, nicht genügend medizinische Aufmerksamkeit und wissenschaftliche Zuwendung gegeben, die - in Anbetracht der relativ hohen Zahlenwerte - durchaus notwendig wären.

Symptome

Das Chronische Erschöpfungssyndrom ist ein komplexes Krankheitsbild, das die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Erkrankten oft jahrelang massiv beeinträchtigt.
Zu den Symptomen und Beschwerden gibt es lange Listen, von denen jedoch keine absoluten Gültigkeits- bzw. Vollständigkeitsanspruch besitzt. Dies hängt damit zusammen, dass viele Symptome ebenso auf andere Krankheiten hindeuten können und somit nicht unbedingt für CFS charakteristisch sind. Erst wenn durch eine vollständige Analyse ebenfalls in Betracht kommende Krankheiten oder Infekte ausgeschlossen werden, kann CFS weiterhin in Frage kommen.

Hauptsymptome:

    1. schwere Abgeschlagenheit mit Reduktion der üblichen Aktivität um 50% für die Dauer von mindestens sechs Monaten
    2. alle anderen Erkrankungen, die zu 1. führen können, werden ausgeschlossen

Unspezifische Symptome:

  • erhebliche, vormals nicht erlebte Erschöpfung nach Anstrengung
  • Muskelschwäche
  • Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Rachenentzündung
  • Fieber und/oder Frösteln
  • empfindliche Lymphknoten
  • Magen-Darm-Krämpfe
  • Schlafstörungen, sowohl Schlaflosigkeit wie auch gesteigertes Schlafbedürfnis
  • Neuropsychiatrische Beschwerden: Lichtscheue, Gesichtsfeldausfall, Vergesslichkeit, Denk- und Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit, Depressionen, Verwirrtheitszustände

  • etc. ...

Verlauf

Der Zustand der erkrankten Person lässt sich am ehesten vergleichen mit dem Befinden kurz vor einer Grippe: Kopf- und Gliederschmerzen, leichte Temperatur, herabgedämpftes Bewusstsein, Schwäche, Müdigkeit am Tag, schlechter Nachtschlaf, ggf. Nachtschweiß, Lichtscheuheit, Reizbarkeit, Halsweh, Drüsenschmerzen, Abgeschlagenheit. Dieser Zustand weist auf die enorme immunologische Arbeit hin, die der Körper vollbringen muss, um den Virus zu bekämpfen und ihn dann über Husten, Schnupfen, Durchfall oder anderen Katarrhen und Fieber auszuscheiden. Da der Aufbau der Abwehrantwort solch eine kräftezehrende Leistung des Körpers ist, geschieht dies immer auf Kosten der Wachheit.

Beim CFS ist auch ein solcher Zustand gegeben, nur führt er nicht zum Ziel: Das vorgrippale Stadium wird zum Dauerzustand, ohne dass die Grippe oder eine andere Krankheit wirklich zum Ausbruch kommt: Es ist wie ein Dauerstress ohne Urlaub, eine Dauerbelastung ohne Ziel und Effekt.Wenn dieser Zustand nun über sechs Monate anhält, dann ist von einer chronischen bzw. krankhaften Müdigkeit die Rede.

Meist bricht CFS unerwartet ins Leben ein, beginnt mit kleinen unspezifischen Symptomen, die sich summieren und nicht besser werden. Schließlich kann der Betroffene nicht mehr sein normales Leben weiterleben, er zieht sich zunehmends aus seinen Aktivitäten zurück und kann nur hoffen, dass seine Krankheit akzeptiert und ernst genommen wird. Denn jeglicher Kampf um die Anerkennung der Krankheit zehrt zusätzlich an den Kräften der Person und verschlimmert wiederrum den Krankheitszustand.

Grundlagen und Ursachen

Worauf mag sich das Immunsystem vorbereiten? Womit hat es zu kämpfen?
Bislang gibt es dazu nur Thesen. Die folgende These von Dr. M. Straube ist jedoch ziemlich umfassend und daher erwähnenswert: "Chronische Infekte, chronische Gifte und chronische Konflikte sind die Hauptbedingungen des Chronischen Müdigkeitssyndroms (...), zusammen mit Fehlernährung und Fehlinterpretation (des Krankheitsbildes)".

Chronische Infekte:
Unter chronischen Infekten versteht man z.B. Herpes-Virus Infektionen, Fehlbesiedlung des Darmes mit Pilzen, Streptokokkenbefall etc. Diese Infektionen werden vom Körper nicht vehemment bekämpft und abgestoßen, da sie nicht so lebensbedrohlich sind, wie z.B. Scharlach , Masern, Typhus etc. Stattdessen werden sie vom Immunsystem toleriert und führen ein Eigenleben zu Lasten des Körpers.
Chronische Gifte:
So wie mit den Infekten ist es auch mit den sog. 'chronischen Giften', die uns tagtäglich umgeben. Experten sprechen von ca. 1600 "Alltagsgiften", angefangen bei Amalgam im Mund, Wohngiften in Hölzern, in Tapeten etc., über Pestizide und Konservierungsstoffe in der Nahrung, bis hin zu den Schwermetallen im Wasser oder der Ozonbelastung unserer abgasreichen Luft u.v.a. Zwar sind sie einzeln für sich genommen bei geringer Dosis nicht lebensbedrohlich, da der Körper einige Filterfunktionen und gewisse Toleranzbereiche entwickelt hat. Wird der Organismus jedoch auf Dauer immer wieder damit konfrontiert, so können sie Schäden hinterlassen und langsam schwächen.
Chonische Konflikte:
Hierunter sind kleine, relativ unbedeutende, zwischenmenschliche Konklikte gemeint, die, wenn sie aber nicht aus der Welt geräumt werden, einem zunehmend Sorgen bereiten und mit der Zeit die Lebensfreude nehmen können.Dazu gehören auch Situationen, denen man ausgeliefert zu sein scheint und nichts ändern kann, wie z.B. das Mobbing am Arbeitsplatz, die Überhäufung mit Arbeit, mit der man sich innerlich nicht verbinden kann, das Burn-out oder die Einsamkeit.

All diese chronischen Beslastungen können das menschliche Immunsystem auf Dauer schwächen und Ursache der CFS-Symptome sein. In einer solchen Situation kommt es darauf an, dass die Lebensgewohnheiten sowie Lebensumstände intensiv analysiert werden und ein Gesundheits-Check-Up durchgeführt wird.

Diagnose

Eine Diagnose muss auf sorgfältigste Weise erstellt werden, da andere Krankheiten, wie z.B. Infektionen an den inneren Organen wie z.B. Hepatitis und Tuberkulose sowie allergische Erkrankungen ein ähnliches Müdigketissyndrom verursachen können. Außerdem kann eine Fehlinterpretation, wie bereits erwähnt, fatale Folgen für das Immunsystem haben.
Die Diagnose, die in diesem Fall durchgeführt werden muss, ist eine sog. 'Ausschlußdiagnostik' bzw. 'Differentialdiagnostik'. Es sind dafür Laboruntersuchungen notwendig, die die Funktionsfähigkeit aller innneren Organe (Pankrea, Niere, Leber, Darm, Schilddrüse, Nebenniere) und das Vorhandensein allergischer Erkrankungen überprüft. Treffen die eben genannten Erkrankungen nicht zu, dann wird CFS enger in Betracht gezogen.
In dieser zweiten Phase sollte eine Situationsanalyse erfolgen. Dazu gehört die Analyse der Lebensumstände mit den individuellen Wohnverhältnissen (hierbei das Augenmerk auf evtl. versteckte Wohngifte richten) und den Verhältnissen am Arbeitsplatz (häufige Stresssituationen, Mobbing aber auch Kontakt mit evtl. gesundheitsgefährdenden Substanzen etc.). Die Analyse der Gifte kann z.B. von einem Umweltmediziner durchgeführt werden. Die seelische Stresslage hingegen kann nur in einem einfühlsamen Gespräch mit einem Psychotherapeuten geklärt werden.
Außerdem sollte eine genaue Analyse der Nahrungsgewohnheiten vorgenommen werden: Eine auf lange Zeit stattgefundene Fehlernährung kann dazu beigetragen haben, dass dem Körper wichtige Stoffe wie Vitamine und Spurenelemnte fehlen, und er sich dadurch in einem geschwächten, für Krankheiten besonders anfälligem Zustand befindet. Ein Ernährungsberater kann hier die spezifische Diagnose erstellen.

Therapie

Wegen der Verschiedenartigkeit des Krankheitsbildes kann es keine standardisierte Therapie geben. Eine gute Therapie muss sich vielmehr nach der individuellen Diagnose richten.

  • Bei einer chronischen Infektion ist eine mikrobielle Behandlung mit Antibiotika unumgänglich. Hefepilze, Viren, Bakterien und Parasiten sollen so unter Kontrolle gebracht werden, damit das Immunsystem sich wieder erholen und regulieren kann.
  • Angereicherte Gifte müssen aus dem Körper ausgeschieden werden. Dazu gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Methoden. Aber auch die natürlichen Wege der Ausscheidung sollten angeregt werden. Zum Beispiel kann man durch viel trinken und schwitzen in der Sauna solche reinigende Prozesse anleiten.
  • Außerdem sollten dem Körper fehlende Vitamine reichlich zugeführt werden: Provitamin A (im Möhrensaft enthalten), Vitamin E (in pflanzlichen Ölen und Nüssen enthalten) und das Immunsystem stärkende Vitamin C werden in diesem Zusammenhang empfohlen. Vollkornnahrung mit einer großen Menge an Spurenelementen sowie pflanzliche Enzyme zur Anregung des Stoffwechsels, besonders die der Ananas und Mango, sollten ebenfalls nicht auf dem Speiseplan fehlen. Bei geringem Appetit sind Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin-Präparate zum Erreichen der empfohlenen Tagesmenge sinnvoll
  • Psychische Probleme und Belastungen bedürfen einer fachgerechten Zuwendung. Dabei ist eine gute Biographiearbeit notwendig, um die meist versteckten Ursachen aufzudecken, die zum Ausbruch der Krankheit geführt haben könnten. Bei Stress am Arbeitsplatz können Übungen zur Stress- und Konfliktbewältigung hilfreich sein. Vor allem soll jedoch geprüft werden, ob es sich um eine Sinnkrise handelt, in der der Betroffene keine Kraft mehr hat, um den Konflikt zu bewältigen.
    Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen:Fatigatio e.V.
    Postfach 410261
    D- 53024 Bonn
    Internet: http://www.fatigatio.de/

    Bundesweite Selbsthilfegruppe
    Multiple Chemical Sensitivity (MCS) -
    Chronic Fatigue Syndrom (CFS) e.V.
    Königsbergstr. 5 b
    D-95448 Bayreuth
    (bei schriftlichen Anfragen bitte Rückporto von 1,10 DM beifügen)
    Telefefonische Kurz-Auskunft unter: (01024) 0921-23582
    nur DI und DO 19.00-20.00 Uhr
    Internet: http://www.krankenhaus-tv.de/shg/mcs.htm
    Quellen:
    - Fatigatio e.V.
    http://www.fatigatio.de/

    button2.gif (1740 Byte)Autorin: Julia Wegenast